Pfarrgeschichte
© Pfarre Schönbrunn VorparkDie Geschichte unserer Pfarre in "Wort und Bild".

© Pfarre Schönbrunn Vorpark

21. Februar 1945

40-50 Bomben fallen auf die Häuser in der Winckelmannstraße und in den Kaiserpark, den späteren Auer-Welsbach-Park.
Die Bomben sollten eigentlich die Hauptwerkstätte der städtischen Straßenbahn treffen. Zurück blieb eine Wüste von zerstörten Häusern und Straßen.
Trotz Leid und Zerstörung wurde dieses Trümmerfeld zum Grundstück unserer Pfarre.

© Pfarre Schönbrunn Vorpark

Der Hausherr und Wirt stieg aus der Ruine seines Hauses mit Frau und Kind und dankte Gott für seine Errettung. Später stellte er den Grund und das Trümmerfeld der Erzdiözese Wien für den Bau einer Kirche zur Verfügung.
Wer hat in dieser Zeit des Hungers und des Elends Geld für eine Kirche? Langsam wuchs Gras und Unkraut über die Bombentrichter und Schuttberge. Die Gegend war wie ausgestorben.
2 Jahre später, im Jahr 1947, begann die Geschichte der "Schuttkirche" und des "Schuttkaplans". Auf Grund eines Gelöbnisses des damaligen Erzbischofs Kardinal Dr. Theodor Innitzers sollte nach Kriegsende eine neue Kirche gebaut und später eine neue Pfarre errichtet weden. Enorme Geldsorgen rückten die Aussicht auf Verwirklichung zunächst in weite Ferne.

© Pfarre Schönbrunn Vorpark

Doch die Einsatzfreude und Hingabe für dieses Anliegen sollte in der Person des Herrn Kaplan GEORG SPRINGER bald zu einer Änderung der tristen Situation führen.
Er begann unter widrigsten Bedingungen - Hunger, Kälte, kein Werkzeug, kein Transportmittel - mit Männern, Frauen und jugendlichen Mädchen und Burschen den Schutt aufzuräumen, Ziegel händisch zu putzen, Traversen und Dippelbäume auszugraben und zu schlichten. Durch seine aufopferungsvolle Tätigkeit wird er in kürzester Zeit als "SCHUTTKAPLAN" in ganz Wien bekannt.
Aus seinem Tagebuch nur einige Eintragungen:

- Geleistete Arbeitsstunden der freiwilligen Helferinnen und Helfer - Männer und Burschen 7898 Stunden, Frauen und Mädchen 8328 Stunden, zusammen 16.226 Stunden!

- Gewonnenes Material - 150.000 Ziegel (handgeputzt), 200 m3 Sand, 20 Dippelbäume

- Nutzwert - 108.000 S!

© Pfarre Schönbrunn Vorpark

Im März 1949 übernahm den Bau der Notkirche eine Baufirma Gruber und am 10.Juli 1949 konnte die "Schuttkirche" dem Unbefleckten Herzen Marias geweiht werden.
Nun hatten die Gläubigen mit ihrem Gotteshaus einen Sammelpunkt. Mit dem Gottesdienst und der Seelsorge begann neues, hoffnungsvolles Leben in diesem Bezirksteil. Um die Seelsorgestation "Schönbrunn-Vorpark" sammelte sich eine immer größer werdende Zahl von Gläubigen, sodass im Jahre 1955 die Seelsorgestation zur Pfarre erhoben wurde.

© Pfarre Schönbrunn Vorpark

Für 10 Jahre wurde von der Gemeinde Wien die Benützungsgebühr für die Notkirche bewilligt. So musste zum zweitenmal an einen Neubau der Kirche gedacht werden. Der Abbruchauftrag konnte jederzeit erteilt werden. Der Bauzustand war wirklich schlecht.
Der "Schuttkaplan" Pfarrer Springer mußte mit der Planung einer neuen, seiner zweiten Kirche beginnen. Die Planung und die Erstellung der Finanzierung nahmen einige Jahre in Anspruch. Im August 1969 - zwanzig Jahre nach der Einweihung der Notkirche - begannen die Bauarbeiten zur neuen Kirche.

© Pfarre Schönbrunn Vorpark

Die neue Kirche und alle Seelsorge- und Verwaltungsräume wurden in ein Eigentumswohnhaus integriert und somit in Form und Ausführung als "HAUSKIRCHE" errichtet. Planung und Ausführung lagen in den Händen von Architekt Techn.Rat Josef Vytiska.
Im Herbst 1972 war das Haus und somit auch der Kirchenbau außen und innen beendet.

© Pfarre Schönbrunn Vorpark

So konnte am 8.Oktober 1972 das Gotteshaus von Erzbischof Dr. FRANZ JACHYM geweiht werden.

Wie vorgesehen, wurde die Kirche auf den Namen "HERZ - MARIÄ - KIRCHE" geweiht, mit dem Zusatz SCHÖNBRUNN - VORPARK.

Etwas später, am 11.Jänner 1973 wurde der große Pfarrsaal unter der Kirche, mit einem Fassungsraum von 300 Personen eröffnet. Obwohl kein idealer Platz für Kirchenglocken vorhanden war, ging der Wunschtraum unseres Pfarrers in Erfüllung. Am 15.März 1973 nimmt Weihbischof Jakob Weinbacher die Weihe von drei Glocken vor.

© Pfarre Schönbrunn Vorpark

Nachdem Pfarrer Springer zu Beginn des Jahres 1975 auf die Pfarre resignierte, ernannte am 1.September des selben Jahres die Diözesanführung Dr. RUDOLF ZIELASKO zum neuen Pfarrer und Kardinal Dr. FRANZ KÖNIG installiert ihn am 8.November 1975.
Ein pastorales Anliegen der Pfarre wird am 1.Oktober 1976 mit der Eröffnung eines Pfarrkindergartens in der Winckelmannstraße 32 verwirklicht.
1983 kommt es zur Weihe einer neuen Orgel. Nur durch eine großherzige Spende des Pfarrmitgliedes Dr.Vock konnte dieser langersehnte Wunsch in Erfüllung gehen.
1985 (84) ? kommt es nach langen Jahren durch Weihbischof Dr.Karl Moser zur Visitation der Pfarre. Am Schluss gibt er seiner Freude über die Lebendigkeit der Gemeinde Ausdruck.
1986 werden die Kellerräume (Großer Saal und Pfarrkaffee) durch eine verheerende Überschwemmung zerstört und es dauert Monate, bis die für das seelsorgliche Leben so notwendig gebrauchten Räume wieder zur Verfügung stehen.
Besonders schmerzlich war für die ganze Gemeinde im Jahre 1987 der Tod unseres überaus geschätzten Pfarrers GR Dr. Rudolf Zielasko. Sein priesterliches Wirken in einer geschwisterlichen Gemeinde war noch Jahre im Leben der Pfarre sicht- und spürbar.
Ihm folgte noch im selben Jahr JOSEF HOFER als Pfarrer und Seelsorger nach.

© Pfarre Schönbrunn Vorpark

Die nächsten Jahre sind von größeren und kleineren baulichen Veränderungen bestimmt.
Der vordere Kirchenraum bekommt ein anderes Aussehen. Altar, Sakramentsaltar, Taufbrunnen, Orgel und große Muttergottesstatue wird versetzt und geben der Kirche ein anderes Aussehen.

1995, zwei Jahre später, wird der übergroße Chorraum von der Kirche getrennt und für die
Gruppenarbeit eingerichtet.

© Pfarre Schönbrunn Vorpark

Über Vermittlung unseres Pfarrers kam im Jahre 1996 ein wohl einmaliges Übereinkommen zu Stande: Unsere drei Glocken, innigst ersehnt von unserem "Schuttkaplan" Springer, kamen mangels eines Kirchturms im Stiegenhaus zum Hängen. In kürzester Zeit wurde die Nichtverwendung der Glocken (Schallbelästigung) festgestellt. Dadurch waren sie zum "Schweigen" verurteilt. - Damit unsere Glocken endlich wieder läuten können, verliehen wir sie an die Pfarre St.Paul - Per Albin Hanson Siedlung Ost im 10.Wiener Gemeindebezirk. Nun laden sie vom freistehenden Glockenturm alle umliegenden Menschen zum Gottesdienst ein.
Die starke finanzielle Belastung der Pfarre durch den Kindergarten führte mit Ende des Arbeitsjahres 1998/99 zur Schließung.
1997 geht Pfarrer Josef Hofer in Pension und ihm folgt als Provisor Bela Berecki.
Nach Auskunft der diözesanen Leitung konnte nach dem Weggang vom Provisor Berecki kein eigener Pfarrer mehr für die Pfarre zur Verfügung gestellt werden und so kam es am 24. September 2000 zur Gründung eines Pfarrverbandes Reindorf-Schönbrunn Vorpark unter der Leitung von P.Andreas Schöffberger , Pfarrer von Reindorf. Auflösung des Pfarrverbandes Reindorf-Schönbrunn Vorpark mit 31. August 2008.

Mit Wirksamkeit vom 01. September 2008 ernennt Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, P. Mag Wilhelm Jaschke zum Moderator und beauftragt ihn, diese Pfarre seelsorglich zu betreuen. Am 01. Septemter 2009 wurde die Pfarre neu besetzt und ihm folgt als Pfarrer Mag. Peter Paul Piechura bis zum 31. August 2011.

Nach vielem Auf und Ab mit engagierten Gemeindemitgliedern und Priestern gehen wir heute im Jahr 2012 mit dem Modell eines modernen Leitungsteams in die Zukunft. Als Experiment für neue Gemeindemodelle in der Kirche wird auf unseren Vorschlag hin durch Kardinal Dr. Christoph Schönborn die Pastoralassistentin Petra Wasserbauer als Gemeindeleiterin eingesetzt, Dipl.-Theol. Martin Rupprecht wird zum Moderator ernannt.

(red)


Druckansicht

Zurück